Tanzen mit dem Mond – Den Mondzyklus als Leitfaden nutzen
- Julie Davies Shields

- 19. Feb.
- 5 Min. Lesezeit

Mein Leben mit ADHS - Phasen voller Energie, Momente tiefer Kreativität, plötzliche Klarheit … und dann wieder Tage, an denen sich alles ein bisschen neblig oder schwer anfühlt.
🙃 In meiner eigenen Auseinandersetzung mit ADHS habe ich begonnen, den Mondzyklus als eine Art sanften Rahmen zu nutzen: nicht als starres System, sondern als Einladung zur Reflexion, zur kreativen Selbstbegegnung und zum bewussten Innehalten 🙌. Nicht, weil der Mond „magische“ Kräfte hätte – sondern weil Zyklen wie z.B. die Mondphasen uns auf natürliche Weise daran erinnern, Pausen zu machen, uns neu auszurichten und immer wieder von vorne beginnen zu dürfen. Der Mondzyklus wurde für mich zu einem überraschend unterstützenden Begleiter 😊.
Seit Jahrhunderten orientieren sich Menschen am Mond, um Zeit zu strukturieren, Rituale zu gestalten und innere Jahreszeiten besser zu verstehen. Auch wenn das Leben im Mondzyklus kein Wundermittel gegen ADHS ist (leider gibt es das nicht), kann es etwas bieten, wonach viele von uns mit ADHS ständig suchen:
✨ eine sanfte Struktur, die trotzdem Raum für Kreativität und Selbstreflexion lässt.
🌑 Warum der Mondzyklus für uns mit ADHS hilfreich sein kann
Struktur ohne Starrheit 🙌
Der Mondzyklus wiederholt sich ungefähr alle 28 Tage. Lang genug, um sich bedeutsam anzufühlen – und kurz genug, um spannend zu bleiben. Jede Phase kann wie ein sanfter „Checkpoint“ wirken:
Neumond – Intentionen & Neuanfänge
Erstes Viertel – kleine Schritte & Momentum
Vollmond – Sichtbarkeit, Ausdruck, Kreativität
Letztes Viertel – Reflexion, Loslassen, Ruhe
🦄 Statt einer endlosen To-do-Liste entsteht ein Rhythmus. Ein Spannungsbogen. ADHS-Gehirne funktionieren oft besser mit Zyklen und Themen als mit linearen, nie endenden Plänen.
Ein Zuhause für Kreativität
ADHS-Gehirne sind oft unglaublich kreativ 🤩. Der Mond gibt dieser Kreativität einen Rahmen. Zum Beispiel kannst du:
beim Neumond Intentionen aufschreiben
beim Vollmond träumen, kritzeln oder Mindmaps machen
kleine Rituale schaffen (eine Kerze anzünden, eine Karte ziehen, ein Gedicht schreiben)
✨ Es geht weniger darum, „produktiv“ zu sein, und mehr darum, auszudrücken, was gerade in dir lebendig ist.
Integrierte Reflexion & emotionale Check-ins
Der Mondzyklus lädt ganz natürlich zur Reflexion ein:
„Wie hat sich dieser Monat angefühlt?“
„Was habe ich über mich gelernt?“
„Was möchte ich mitnehmen – und was darf ich loslassen?“
🦄 Für uns mit ADHS, die oft stark im Moment leben (und schnell vergessen, wie sich letzte Woche angefühlt hat), können diese sanften Rückblicke mit der Zeit emotionale Selbstwahrnehmung und Selbstvertrauen stärken.
Ein sanfter Einstieg in Achtsamkeit & Meditation
Du musst nicht 30 Minuten still sitzen, um „richtig zu meditieren“. Mondrituale dürfen klein, sinnlich und ADHS-freundlich sein:
2 Minuten bewusstes Atmen beim Blick auf den Mond
einen einzigen Satz darüber schreiben, wie du dich fühlst
am Fenster stehen und deinen Körper wahrnehmen
🤩 Achtsamkeit, die ins echte Leben passt – nicht in eine idealisierte Vorstellung von Ruhe.
🌒 Die echte Herausforderung: Dranbleiben
Seien wir ehrlich.... mit ADHS ist der Start of leicht.... das "Dranbleiben" dagegen ist der schwierige Teil 🙈.
Hier ein paar sanfte, realistische Wege, um über den ersten begeisterten Mondzyklus hinaus weiterzumachen:
✨ 1. Mach es lächerlich klein
Wenn sich dein „Ritual“ wie ein großes Event anfühlt, wird dein Gehirn sich dagegen sträuben. Ziel ist etwas so Kleines, dass es fast albern wirkt:
ein Satz in einer Notiz-App
eine Frage, die du dir in jeder Phase beantwortest
ein bewusster Atemzug mit Intention
✅ Konsistenz schlägt Intensität.
✨ 2. Verknüpfe es mit etwas, das du ohnehin tust
Gewohnheiten zu stapeln hilft enorm. Zum Beispiel:
die Mondphase checken, wenn du das Wetter checkst
beim abendlichen Tee kurz reflektieren
dir Erinnerungen einstellen, die in jeder Phase zur gleichen Zeit auftauchen
😎 Weniger Entscheidungen = höhere Wahrscheinlichkeit, dass du es wirklich machst.
✨ 3. Du kannst Veränderungen einfach zulassen(nicht festzurren)
ADHS-Gehirne langweilen sich schnell. Deine Mondpraxis darf sich wandeln:
manche Monate schreibst du
manche Monate zeichnest du
manche Monate machst du … fast nichts
🙌 Dem Zyklus zu folgen heißt nicht, strenge Regeln zu befolgen. Es heißt, in Beziehung mit dem Rhythmus zu bleiben.
✨ 4. Feiere Serien, nicht Perfektion
Du wirst es vergessen. Du wirst eine Phase auslassen. Das ist kein Scheitern – das ist Menschsein mit ADHS. Statt „jetzt habe ich es ruiniert“ lieber:
„Okay, ich bin wieder eingestiegen.“
„Zwei von vier Phasen diesen Monat sind auch etwas.“
🦄 Fortschritt ist nicht linear. Der Mond ist es auch nicht.
✨ 5. Mach es ästhetisch (ja, das ist wichtig)
ADHS-Gehirne lieben visuelle und sinnliche Reize 🫠. Ein schöner Mondkalender, ein gemütliches Notizbuch oder ein beruhigender Bildschirmhintergrund – diese kleinen Freuden können gerade genug Dopamin liefern, um dich wieder zurückzuholen.
🌕 Folge deinem eigenen Rhythmus
Dem Mondzyklus zu folgen bedeutet nicht, mystisch zu sein oder „alles richtig zu machen“. Es geht darum, dir einen mitfühlenden Rahmen zu schenken, um wahrzunehmen:
wo du Energie hast
wo du Ruhe brauchst
was ausgedrückt werden möchte
was bereit ist, losgelassen zu werden
🦄 Für ein ADHS-Gehirn kann sich dieser sanfte Rhythmus anfühlen wie die Erlaubnis, endlich in Jahreszeiten zu leben – statt unter ständigem Druck.
Und wenn du es einen Zyklus ausprobierst und dann wieder vergisst? Das ist völlig okay 😊. Der Mond ist nächsten Monat immer noch da – ohne Schuldgefühle, ohne Bewertung, einfach mit einer neuen Einladung, wieder zu beginnen 🌙.
Wenn dir dein ADHS gerade besonders zu schaffen macht, lass uns darüber sprechen, was dir vielleicht gerade fehlt. Eine kleine E-Mail an welcome@its-all-about-you.ch ist der unkomplizierte Weg, um mit uns Kontakt aufzunehmen.
Wir freuen uns darauf, dich und dein ADHS kennenzulernen 😊.
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Wenn Du mehr zu den hier erwähnten ADHS Themen lesen möchtest, findest Du nachstehend einige Literaturvorschläge von mir 😊:
ADHD, Structure & Self-Regulation
Barkley, R. A. (2012). Executive Functions: What They Are, How They Work, and Why They Evolved.
A foundational overview of executive functioning and why external structure is often supportive for people with ADHD.
Brown, T. E. (2013). A New Understanding of ADHD in Children and Adults.
Explores ADHD as a challenge with activation, organisation, and follow-through rather than a lack of effort or motivation.
Mindfulness & Emotional Regulation in ADHD
Zylowska, L. et al. (2008). Mindfulness meditation training in adults and adolescents with ADHD. Early research suggesting mindfulness can support emotional regulation and attentional awareness when adapted for ADHD.
Cairncross, M., & Miller, C. J. (2016). The effectiveness of mindfulness-based therapies for ADHD: A meta-analytic review.
A review highlighting small-to-moderate benefits and the importance of flexible, ADHD-friendly approaches.
Habits, Motivation & Sustainable Change
Lally, P. et al. (2010). How are habits formed: Modelling habit formation in the real world.
Shows that habit formation is non-linear and takes longer than we expect—normalising breaks and restarts.
Fogg, B. J. (2019). Tiny Habits.
Practical, research-informed strategies for building sustainable habits by starting small.
Volkow, N. D. et al. (2009). Motivation deficit in ADHD and the dopamine reward pathway. Explains why interest, novelty, and emotional meaning play such a key role in motivation for ADHD brains.
On Rhythms & Cycles (With Healthy Skepticism)
Foster, R. G., & Roenneberg, T. (2008). Human responses to the geophysical daily, annual and lunar cycles. A nuanced overview of biological rhythms, with strong evidence for circadian cycles and mixed evidence for lunar effects.



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