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Ist es Prokrastination – oder einfach nur clever geplant?

Createt with AI by Copilot by Julie Davies Shields
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Prokrastination - ein Schreckensgespenst

Tatsächlich frage ich mich immer öfters, wieso mir die Gesellschaft vorschreiben sollte, wie ich mein Leben und meine Aufgabenbewältigung zu führen habe. Auch deshalb stelle ich zum Thema Prokrastination auch immer wieder gerne die Frage in den Raum:


Ist es Prokrastination – oder einfach nur clever geplant?


Die sogenannte Prokrastination, auch unter dem unnötigen Begriff „Aufschieberitis“ bekannt, ist für viele Menschen mit ADHS nicht nur einfach alltäglich, sondern oftmals ein alltäglicher Graus 🤯. Denn von der Aussenwelt wird dies häufig als „will nicht“, „kann das nicht“, „ist zu faul“ abgestempelt.


Diese Stempelung begleitet bzw. belastet besonders Frauen oftmals schon seit sehr jungen Jahren. Die Hintergründe dafür sind vielfältig, und einer davon ist die mittlerweile gut dokumentierte Tatsache, dass in der Vergangenheit Mädchen und junge Frauen konsequent nicht mit ADHS diagnostiziert wurden. Ohne ADHS Diagnose, sprich einer vernünftige Erklärung für die fehlende Motivation, bleibt ein konsequentes Gefühl, dass es an mir liegen muss, dass ich unfähig bin, dass ich dumm bin, dass ich eine Versagerin / ein Versager bin 😕. Weiss Frau/Mann hingegen Bescheid über das eigene ADHS, können solche Selbstzweifel gleich schon zu Beginn in Keim erstickt werden.


Vor diesem Hintergrund erstaunte es dann auch nicht wirklich, dass die Prokrastination als Schreckensgespenst in den Köpfen und dem Nervensystem der betroffenen Personen ohne Hemmungen und unter Einsatz der gesamten Klaviatur der Dramaturgie sein Unwesen treiben kann 👻😕.


Muss das denn sein?

Eine Möglichkeit, dem Schreckgespenst „Prokrastination“ freundlich aber bestimmt entgegen zu treten, ist die Betrachtung aus einem positiven Blickwinkel (damit ziehen wir dem Drama auch gleich den Stecker 💪).


Denn Prokrastination ist per-se nichts Negatives, sie wird lediglich aus gesellschaftlicher Sicht oftmals negativ bewertet, da sich irgendwann mal die Idee breit gemacht hat, dass immer alles ständig erledigt sein muss, und unerledigte Sachen gesellschaftlich nicht tragfähig sind.  


Herkunft: Entlehnung aus Latein procrastinatio → la „Vertagung“

(siehe auch procrastinare → la „vertagen“ → prokrastinieren) Quelle: https://www.isteshaltbar.de/frage-und-antwort/woher-kommt-der-begriff-prokrastination#google_vignette


In den meisten Fällen bedeutet es also lediglich, dass ich keine Dringlichkeit und Notwendigkeit sehe, die vor mir liegende Tätigkeit jetzt auszuführen. Sie kann auch zu einem späteren Zeitpunkt erledigt werden (das Eisenhower-Prinzip lässt grüssen....).


An dieser Stelle ist es Wichtig zu verstehen, dass wir mit ADHS durchaus in der Lage sind, dringende Aufgaben von nicht dringenden Aufgaben zu unterscheiden. Und wenn es an den Punkt kommt, an dem es dringend wird, bzw. die absolute Dringlichkeit so gegeben ist, dass es keine Vertagung mehr dulden kann, wird es in der Regel auch innert kürzester Zeit und in einer durchaus zufrieden stellenden Qualität erledigt.


🙃 Was also, wenn wir uns zugestehen,

dass unsere Vertagung der Aufgaben lediglich eine ADHS typische Art & Weise der Planung ist, die in erster Linie einfach mal gar keine negative Bewertung braucht,

sondern einfach mal völlig ok ist?  Eine Art der Planung,

die zu unserem Nervensystem passt?



⚠️Das Problem mit dem Druck machen wollen (ich muss das jetzt machen, auch wenn ich nicht will)…..


Durch Druck entsteht Gegendruck – unser Nervensystem will sich nicht in ein Korsett sperren lassen (und das auch zu Recht). Je mehr Druck wir also auf uns selbst ausüben, desto mehr Gegendruck wird unser Nervensystem aufbauen.


Je mehr wir versuchen uns selbst zu Etwas zu zwingen, desto mehr Widerstand erfahren wir. Und am Ende ist nicht zwingend die Vertagung der Aufgaben das Problem, sondern der innere Kampf gegen sich selbst. Je mehr Widerstand wir bekämpfen müssen, desto mehr Energie benötigen wir. Und irgendwann sind die Ressourcen aufgebraucht – das System sagt „nein“ und fährt runter.


Dies löst Gefühle von Angst, Verzweiflung, Versagerängsten aus. Man ist wie gelähmt, "rien ne vas plus". Und genau hier und an diesem Punkt kippt die „Prokrastination“ ins Negative. Es ist jetzt nämlich eine von eigenen Nervensystem aufgezwungene Blockade, nicht einfach nur eine Vertagung. Diese Blockaden zu lösen benötigt wiederum sehr viel Energie, viel Selbstliebe und Geduld, die wir uns oftmals nicht geben können oder unbewusst nicht geben wollen, weil wir das Gefühl haben, es nicht verdient zu haben.  



🫶 Die Schönheit des Loslassens von Druck (ich kann mir selbst vertrauen)….


Die gute Nachricht ist: unser Nervensystem ist nicht gegen uns – es schützt uns 💚. Sobald wir beginnen, den Druck rauszunehmen, den inneren Kampf zu beenden und uns mit mehr Freundlichkeit zu begegnen, entsteht wieder Bewegung.


Nicht durch Zwang, sondern durch Sicherheit. Nicht durch Härte, sondern durch Verbindung. Prokrastination wird dann zu einem Signal, das wir lesen lernen dürfen – und nicht zu einem Makel, den wir bekämpfen müssen. In dem Moment, in dem wir uns selbst erlauben, langsamer zu werden, weicher zu sein und uns Unterstützung zu geben, entsteht genau das, was vorher gefehlt hat: Energie. Und mit ihr die Möglichkeit, wieder ins Handeln zu kommen – auf eine Weise, die uns stärkt statt erschöpft ✨. 




Du & dein ADHS

Möchtest Du da Thema Prokrastination im Zusammenhang mit deinem eigenen ADHS mal genauer unter die Lupe nehmen? Eine 100% unverbindliche Anfrage kannst Du uns ganz einfach mit einer kurzen E-Mail zusenden: welcome@its-all-about-you.ch. Wir sind gerne für Dich und dein ADHS da 🫶.


Oder magst Du lieber mal in einem Gruppen-Workshop für Frauen dabei sein, und mit gleichgesinnten Frauen an einem Thema arbeiten, und dazu ADHS freundliche Methoden und Techniken für den Alltag kennen zu lernen? Mit einer kurzen E-Mail an welcome@its-all-about-you.ch informieren wir Dich gerne direkt und persönlich über die nächste Durchführung unserer Workshop Reihe "Vom Wissen ins Tun", in Kooperation mit adhs-space.ch (no worries, dies ist kein Newsletter Abo, du bekommst nicht plötzlich ständig Post von uns 😉).


 
 
 

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