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About A Girl - Dopamin, Östrogen & ADHS



Dopamin & ADHS

Auch wenn es verschiedene ADHS Ausprägungen gibt, so ist sich die Wissenschaft dahingehend mittlerweile einig, dass in allen Fällen eine Unterversorgung des Neurotransmitters Dopamin vorliegt.


Dopamin nimmt eine zentrale Funktion bei der Regulierung der Motivation wahr und steuert die emotionalen, geistigen wie auch motorischen Reaktionen. Es fungiert auch als „Belohnungs-System“, indem es dafür sorgt, dass wir zum richtigen Zeitpunkt die richtige Menge an „Glücksgefühlen“ erhalten.


Wenn der Dopaminspiegel ausgeglichen ist, fallen Aufmerksamkeit, Konzentration und Motivation leicht. Bei ADHS liegt das Hauptproblem der exekutiven und kognitiven Dysfunktion in einem Dopaminmangel (nicht in der Produktion, sondern in der Versorgung der relevanten Rezeptoren). Daher werden die meisten Frauen mit ADHS feststellen, dass Aufmerksamkeit, Konzentration und Motivation nicht so leicht fallen wie bei neurotypischen Frauen.


Die Wirkung von Östrogen

Östrogen, das weibliche Fortpflanzungs- und Sexualhormon, reguliert wichtige Neurotransmitter im Gehirn wie Serotonin (Stimmung), Acetylcholin (Gedächtnis) sowie Dopamin (exekutive Funktionen, Motivation).


Für den Körper ist Östrogen eines der Schlüsselhormone, um Dopamin zu produzieren. Ein sinkender Östrogenspiegel könnte zu einer geringeren Dopaminproduktion führen. Bei einer Frau mit ADHS könnte der Schluss gezogen werden, dass eine geringere Dopaminproduktion zu einer noch geringeren Dopaminversorgung der relevanten Rezeptoren führt.

 

Dopamin & Östrogen

Im Jahr 2001 veröffentlichte das Yale Medicine Magazin einen Artikel zum Thema „Östrogenmangel im Zusammenhang mit dem Verlust von Dopaminzellen“, in dem Dr. Eugene Redmond Jr., Professor für Psychiatrie und Neurochirurgie und Direktor des Programms für neuronale Transplantation und Regeneration, hervorhebt, dass „ohne Östrogen mehr als 30 Prozent aller Dopamin-Neuronen in einem wichtigen Bereich des Gehirns, der den Neurotransmitter Dopamin produziert, verschwanden“.

 

Östrogen & ADHS

Im Jahr 2020 wurde ein Artikel zum Thema „Die Rolle von Östrogenrezeptoren und ihrer Signalübertragung bei psychiatrischen Störungen“ im „International Journal of Molecular Sciences“ veröffentlicht. Unter ihren Erkenntnissen scheinen die folgenden Punkte von entscheidender Bedeutung zu sein, wenn man über einen Zusammenhang zwischen Östrogen und ADHS nachdenkt:

 

👉 „Östrogene sind nicht nur entscheidend für die sexuelle Reifung und Fortpflanzung, sondern auch stark an einer Vielzahl von Gehirnfunktionen beteiligt, wie Kognition, Gedächtnis, neuronale Entwicklung und neuronale Plastizität.“

 

👉 „Umfangreiche Literatur belegt mittlerweile den Zusammenhang zu Östrogen- und Östrogensignalstörungen bei psychiatrischen Erkrankungen wie Schizophrenie, bipolaren Störungen, MDD, ASS, ADHS, GAD, PTBS, Essstörungen und Suchterkrankungen.“

 

👉 „Östrogen und die Östrogensignalübertragung sind bei verschiedenen psychiatrischen Erkrankungen gestört, wobei unterschiedliche Störungen verschiedene zelluläre Signalwege beeinflussen.“

 

Auch wenn noch keine großen Studien den Zusammenhang zwischen Östrogen, Dopamin und ADHS eindeutig bestätigt haben, liegt die Vermutung nahe, dass Frauen mit ADHS Unterschiede und signifikante Veränderungen ihrer ADHS-Symptome in Bezug auf exekutive und kognitive Funktionen bemerken, die mit ihrem aktuellen Östrogenspiegel zusammenhängen.


Diese Veränderungen wären während ihres monatlichen Menstruationszyklus sowie während Schwangerschaft, Perimenopause und Menopause bemerkbar. In all diesen Phasen scheinen der Anstieg und Abfall des Östrogenspiegels einen direkten Einfluss auf die Dopaminproduktion zu haben, die eine Schlüsselrolle bei der Unterstützung unseres Arbeitsgedächtnisses, unserer Motivation und unserer Fähigkeit, konzentriert zu bleiben, spielt.

 

Der Menstruationszyklus – Östrogen vs. Dopamin & ADHS

Während des Menstruationszyklus stellen Frauen oftmals fest, dass der Anstieg des Östrogenspiegels in der ersten Phase des Zyklus bis zum Eisprung die Stimmung und die exekutive Funktion sowie hyperaktives und impulsives Verhalten verbessert. In der zweiten Phase, die zur Menstruation führt, sinkt der Östrogenspiegel und der Progesteronspiegel steigt, was Frauen oft als eine Zeit mit vermehrt emotionaler Instabilität, Gehirnnebel, PMS usw. erleben.

 

Einige neuere Forschungen legen nahe, dass ADHS-Symptome und ihre Intensität direkt von diesen Hormonschwankungen beeinflusst werden. Wenn Du eine Frau mit ADHS bist, kann es sich lohnen, deine ADHS-Symptome über mehrere Zyklen hinweg zu verfolgen, um festzustellen, ob und wie Du und deine ADHS-Symptome sich in den verschiedenen Phasen des Zyklus verändern.


Möglicherweise stellst Du fest, dass je nach Phase Deines Zyklus deine ADHS-Symptome wie Stimmungsschwankungen, emotionale Regulation, kognitive Funktionen und Aufmerksamkeitsspanne deutlich schlechter oder besser werden. Und obwohl Du dies vielleicht nicht grundlegend ändern kannst, wird es dir ein besseres Verständnis für die Herausforderungen geben, denen Du jeden Monat gegenüber stehst. Dies wiederum kann dir helfen, auf dich und deinen Zyklus abgestimmte Lösungen und Unterstützung während der schwierigeren Phasen deines Zyklus zu finden.

 

PMS, PMDD und PPD

Auch wenn es keine großen schlüssigen Studien über den Zusammenhang zwischen ADHS und Zuständen wie PMS (prämenstruelles Syndrom), PMDD (prämenstruelle dysphorische Störung) und PPD (postpartale Depression) gibt, geben neuere Umfragen der internationalen Organisation ADDitude klare Hinweise darauf, dass Frauen mit ADHS nicht nur häufiger diese Zustände erleben, sondern sie oft auch intensiver und schwerer erleben als neurotypische Frauen.


Wenn Du unter schwerem PMS oder PMDD leidest, kann es hilfreich sein, mit einer Ärztin oder einem Arzt zu sprechen, um herauszufinden, welche Optionen es gibt, um die Symptome und das Leiden zu lindern.

 

Die Perimenopause / Menopause – Östrogen vs. Dopamin & ADHS

Während der Perimenopause/Menopause sinken der Östrogen- und Progesteronspiegel, was die ADHS-Symptome vestärken kann. Verschiedene Umfragen zeigen, dass 50% bis 70% der Frauen mit ADHS bemerken, dass ihre ADHS-Symptome sich deutlich verschlechtern, sobald sie in die Phase der Perimenopause eintreten und dies teilweise auch noch bis über die effektive Menopause hinaus einen deutlichen Effekt mit sich bringt.

 

Auch dieser Hinweis zeigt, dass der Zusammenhang zwischen Östrogen und Dopamin in weiteren Studien berücksichtigt werden sollte und bei der Behandlung von Frauen mit ADHS in der Perimenopause beachtet werden muss.

 

Wenn Du eine Frau mit ADHS bist und gerade durch die Perimenopause/Menupause gehst und dabei nach Unterstützung suchst, kann es von Vorteil sein wenn dabei berücksichtigt wird, dass der Rückgang von Östrogen und Progesteron einen direkten Einfluss auf Deine ADHS-Symptome haben könnte. Es kann auch hilfreich sein, dies deinem Partner, deiner Partnerin, deinen Kindern, Eltern, Freundinnen, Freunden, Kolleginnen und Kollegen zu erklären. Wenn Du mit einer Ärzting oder einem Arzt über deine Symptome der Perimenopause/Menopause sprichst, stell sicher, dass Du sie bzw. ihn über deine ADHS-Erkrankung informierst und klarstellst, dass dies bei der Behandlung berücksichtigt werden muss.

 

Der dringende Bedarf nach mehr Forschung zum Thema

Leider gibt es bisher keine Langzeitstudien zur Beziehung zwischen Hormonschwankungen und der Schwere der ADHS-Symptome im Laufe des Lebens von Frauen.

 

Zusätzlich fehlt es an endgültiger Forschungsergebnissen darüber, wie das weibliche Hormonsystem die ADHS Symptome bei Frauen effektiv beeinflusst. In ihrem 2023er ADDitude-Webinar mit dem Titel „Hormonelle Schwankungen und ADHS“ betonte Dr. Jeanette Wasserstein, dass mehr Forschung über den Einfluss von Sexualhormonen auf die Gesundheit von Frauen, insbesondere in Bezug auf Kognition und ADHS, notwendig ist.

 

Es ist daher von großer Bedeutung, die Forschungsaktivitäten fortzusetzen, insbesondere um Fragen (unter vielen anderen) zu beantworten, wie z.B.:

 

🤨 Wie können wir Informationen über den Menstruationszyklus in die Diagnose und Behandlung von ADHS bei Frauen einbeziehen?

 

🤨 Was sind die Gründe dafür, dass Frauen mit ADHS anfälliger für schwere PMS/PMDD-Symptome sind, und welche Behandlungsoptionen sollten in Betracht gezogen werden?

 

🤨 Wie hängen die Symptome von Perimenopause/Menopause & ADHS zusammen?

 



It’s All About You

 

Bis wir endgültige und umfassende Informationen über die Rolle der hormonellen Schwankungen von Frauen und dem Einfluss auf unser ADHS erhalten, können die folgenden Strategien Dir bei deinen Problemen helfen:

 

🙌 Eine professionelle Diagnose für ADHS, PMS, PMDD, PPD, Perimenopause, Menopause – zu wissen, womit Du es zu tun hast, ist der sicherste Weg, um geeignete und wirksame Behandlungs- und Bewältigungsstrategien zu finden.

 

🙌 Soziales Netzwerk und Unterstützung – Erfahrungen auszutauschen und zu sehen, dass man nicht alleine kämpft, kann Deine psychische Gesundheit unterstützen und Dir viele verschiedene Möglichkeiten aufzeigen, wie Du deine Probleme angehen kannst.

 

🙌 Professionelle Hilfe – Therapie und Coaching können sehr hilfreich sein, wenn es wirklich schwierig wird. Viele Therapeutinnen, Therapeuten sowie auch Coaches bieten Online-Unterstützung an, sodass es auch bei einem vollen Terminkalender oder fehlenden Möglichkeiten für einen persönlichen Termin immer die Möglichkeit gibt, professionelle Hilfe von zu Hause aus zu erhalten.

 

Wenn Du Unterstützung suchst, kannst Du uns in jedem Fall konktaktieren. Wir hören dir zu und helfen dir dabei, eine Lösung für deine aktuelle Situation zu finden. Du kannst uns ganz einfach per E-Mail unter welcome@its-all-about-you.ch erreichen, oder unser Kontaktformular auf unserer Website nutzen.

 

Wir freuen uns darauf, Dich und dein ADHS kennenzulernen 😊!

 

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